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Internationaler Nürnberger Menschenrechtspreis 2013   

Die Jury des Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreises hat am Sonntag, den 30. September 2012,

unter Vorsitz des Oberbürgermeisters der Stadt Nürnberg, Dr. Ulrich Maly, im Hirsvogelsaal des Museums

Tucherschloss getagt und für die zehnte Verleihung dieser Auszeichnung folgende Entscheidung getroffen:

Bekanntgabe Preisträgerin 2013

Preisträgerin ist Kasha Jacqueline Nabagesera aus Uganda

Die Preisverleihung findet am Sonntag, den 29. September 2013, im Nürnberger Opernhaus statt.

Kasha Jacqueline Nabagesera ist eine Menschenrechtsaktivistin, die für die Rechte
und eine Verbesserung der Situation von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und
Transgender (LSBT) in Uganda eintritt. Sie setzt sich seit ihrem 21. Lebensjahr
für diese Rechte ein und gründete die Organisation „Freedom and Roam Uganda“ 
(FARUG). Sie zahlt dafür einen hohen Preis: Seit sie 2007 auf dem World Social 
Forum in Nairobi aufgetreten ist und den Respekt vor Menschen, die von der hetero-
sexuellen Norm abweichen, gefordert hat, ist sie zahllosen Angriffen ausgesetzt. 
Höhepunkt der Verfolgung war 2010 die Veröffentlichung einer Liste von Homo-

sexuellen in einer ugandischen Zeitschrift, die zur Ermordung der Genannten
aufforderte. Nachdem sie mit Erfolg gegen diese Veröffentlichung vor Gericht
gezogen war, wurde ihr Mitstreiter David Kato Opfer eines Mordanschlages.
Seither muss sie ständig ihre Identität und ihren Wohnsitz wechseln.
Schwule und Lesben sehen sich in Uganda mit einem Klima des Hasses und
der Gewalt konfrontiert, das sich durch alle Gesellschaftsschichten zieht. Immer
wieder kommt es zu Übergriffen. Allein den Alltag zu bewältigen ist für sie eine
enorme Herausforderung. Wird bekannt, dass eine Person homosexuell ist, verliert
sie nicht selten neben ihrer Achtung in der Gesellschaft auch den Job und das
familiäre und soziale Umfeld. Und auch die Justiz in Uganda fährt immer härtere
Geschütze gegen Homosexuelle auf.
Schon heute können sexuelle Handlungen zwischen zwei Partnern desselben
Geschlechts mit mehrjährigen Gefängnisstrafen geahndet werden. Im Jahr 2009
wurde sogar ein Gesetzesentwurf eingereicht, der die Todesstrafe für Homo-
sexuelle verlangte und zur Denunziation aufrief. Damit stellt Uganda sich abseits
der von der Regierung unterzeichneten internationalen Konventionen.
Vor dem Hintergrund der nicht nur in Uganda und Afrika, sondern weltweit
verbreiteten Homophobie leistet Frau Kasha Jacqueline Nabagesera mit ihrer
Organisation FARUG einen lebenswichtigen, für sie selber lebensgefährlichen
Beitrag zum Abbau von Vorurteilen und zur Entkriminalisierung von
Homosexualität hin zu mehr Toleranz.

 

 
 
 
 

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29. September 2013 

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